Während sich die EU-Fischereiminister auf die entscheidende Ratstagung im Dezember vorbereiten, veröffentlichen wir einen gemeinsamer Aufruf mit Freizeitfischern und Umwelt-NGOs für eine grundlegende Änderung der Art und Weise, wie wissenschaftliche Gutachten über Fangmöglichkeiten angefordert und genutzt werden. In einem gemeinsamen Schreiben an Kommissar Kadis, fordern wir die Europäische Kommission auf, dafür zu sorgen, dass künftige Fischereibeschränkungen und die wissenschaftlichen Grundlagen, auf denen sie beruhen, in vollem Einklang mit den rechtlichen Verpflichtungen der EU und ihrem umfassenderen Ziel stehen, im Rahmen des Europäischen Ozeanpakts ein gesundes, widerstandsfähiges und produktives Meer zu schaffen.
In allen europäischen Meeresbecken sind die einst üppigen kommerziellen Fischpopulationen - von Makrele und Kabeljau bis hin zu Schellfisch und baltischen Arten - in alarmierendem Maße zurückgegangen. Die Umkehrung dieser Trends erfordert ein erneuerter wissenschaftlicher Beratungsrahmen, der der Bestandserholung, der Vorsorge, der Gesundheit des Ökosystems und dem Erreichen eines guten Umweltzustands ausdrücklich Vorrang einräumt.Die nun anstehende Erneuerung der Partnerschaftsrahmenvereinbarung und der Vereinbarung über die Gewährung einer spezifischen Finanzhilfe zwischen der Europäischen Kommission und dem Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) ist eine entscheidende Gelegenheit. Wir fordern die Kommission auf diese Vereinbarungen zu aktualisieren damit die EU in ihren an den ICES gerichteten Gutachten eindeutig auf wiederauffüllungsorientierte, vorsorgende und ökosystembasierte Leitlinien abzielt, sich bei Bedarf für niedrigere Fangbeschränkungen für 2026 einsetzt und die Interessengruppen transparenter in die Gestaltung künftiger Beratungsprozesse einbezieht.
Indem die Kommission die Themen Erholung und Meeresgesundheit sowohl in die Politik als auch in die wissenschaftliche Beratung einbezieht, kann sie das Fischereimanagement der EU in Richtung langfristiger Nachhaltigkeit, florierender Küstengemeinden und widerstandsfähiger Meeresökosysteme lenken. Wir sind bereit, diesen Übergang zu unterstützen und haben um einen Dialog mit dem Kommissar gebeten, um konkrete nächste Schritte zu erörtern.
